Landtagswahl RLP 2026 – Positionen der Parteien zur Jagd

Das Thema Jagd ist im aktuellen Wahlkampf in RLP eng verknüpft mit dem neuen Landesjagdgesetz, das die scheidende Ampelkoalition am 4. Juli 2025 verabschiedet hat (tritt April 2027 in Kraft) und das im Sommer 2025 rund 8.000 Jägerinnen und Jäger auf die Straße trieb. Die Positionen der Parteien lassen sich danach gut sortieren, wie sie zu diesem Gesetz stehen:

  • Grüne: aus dem Wahlprogramm direkt: ökologisch nachhaltige Jagd zugunsten Waldverjüngung; haben das neue Landesjagdgesetz federführend umgesetzt
  • SPD: hat das Jagdgesetz mitgetragen (Kompromiss); Abgeordneter Steinbach betonte Beteiligungsprozess
  • FDP: lobte das Jagdgesetz als Kompromiss (Marco Weber, FDP)
  • CDU: hat dagegen gestimmt, will im Falle einer Regierungsübernahme die „zu Recht kritisierten Punkte ändern“
  • AfD: hat dagegen gestimmt, Ralf Schönborn nannte es einen „Affront gegen Tausende Jäger“
  • Freie Wähler: haben auf der Demo versprochen, das Gesetz wieder einzukassieren

Feststellungen:

Grüne – Treibende Kraft der Reform

Die Grünen haben das neue Jagdgesetz als federführende Partei gestaltet. Im Wahlprogramm fordern sie eine ökologisch nachhaltige Jagd, damit junge Bäume auch in der Klimakrise aufwachsen können. Umweltministerin Katrin Eder verteidigte das Gesetz als zeitgemäßen Rahmen, der Waldverjüngung, Tierschutz und Artenschutz gleichermaßen stärke. Die Grünen stehen klar für das Prinzip „Wald vor Wild“ und für mehr behördliches Management der Wildbestände.

SPD – Mitträger des Kompromisses

Die SPD hat das Jagdgesetz aktiv mitgetragen. SPD-Abgeordneter Niko Steinbach betonte, alle Beteiligten seien am Gesetz intensiv beteiligt worden, und bei einem Gesetzgebungsverfahren mit gegensätzlichen Interessen sei Kompromissbereitschaft erforderlich. Im Wahlprogramm betont die SPD Waldschutz und Artenvielfalt, ohne einen Kurswechsel beim Jagdrecht anzukündigen.

FDP – Befürworter als Teil der Regierung

FDP-Abgeordneter Marco Weber, zugleich Präsident des Bauern- und Winzerverbands Rheinland-Nassau, lobte das Gesetz als Kompromiss, der alle Beteiligten zufriedenstellen könne, und betonte, es ermögliche die Zusammenarbeit zwischen Jagd, Wald und Landwirtschaft. Als Koalitionspartei steht die FDP hinter dem verabschiedeten Gesetz.

CDU – Schärfste demokratische Kritikerin

Die CDU hat das Gesetz im Landtag abgelehnt. CDU-Abgeordneter Horst Gies sagte, falls seine Partei nach der Wahl im März 2026 regiere, werde sie „die zu Recht von den Jägern kritisierten Punkte ändern“. Im Wahlprogramm setzt die CDU auf Waldumbau und Artenvielfalt, aber mit mehr Kooperation statt Konflikt mit den Jägern. Das neue Jagdgesetz gilt als konkreter Hebel im Wahlkampf gegenüber der ländlichen Bevölkerung.

Freie Wähler – Rücknahme versprochen

Die Redner der Freien Wähler versprachen auf der Abschlusskundgebung der Demonstration gegen das neue Jagdgesetz, das Gesetz wieder einzukassieren, wenn sie bei der Landtagswahl an die Regierung kämen. Die Freien Wähler positionieren sich damit am deutlichsten als Partei der Jägerschaft und des ländlichen Raums.

AfD – Fundamentale Ablehnung

AfD-Abgeordneter Ralf Schönborn kritisierte das Gesetz scharf: Es sei „kein Fortschritt, sondern ein gezielter Affront gegen Tausende Jäger in unserem Land“. Die AfD lehnte das Gesetz ab und nutzt die Jagdpolitik als Teil einer breiteren Kritik an der Ampelregierung und an „grüner Ideologie“ im ländlichen Raum.

Tabellarische Übersicht

Partei Position zum neuen Jagdgesetz Grundsätzliche Haltung
Grüne Initiiert und befürwortet Wald vor Wild, ökologische Jagd
SPD Mitgetragen Kompromisslösung, Waldschutz
FDP Befürwortet Interessenausgleich, Landwirtschaft + Jagd
CDU Abgelehnt, Änderung angekündigt Jäger als Partner, nicht als Gegner
Freie Wähler Rücknahme versprochen Klar auf Seite der Jägerschaft
AfD Scharf abgelehnt Grundlegende Kritik an der Reformrichtung

Das Jagdgesetz ist in RLP damit zu einem echten Mobilisierungsthema geworden, besonders im ländlichen Raum – mit einer klaren Linie zwischen den Regierungsparteien (SPD, Grüne, FDP) auf der einen und der Opposition (CDU, AfD, Freie Wähler) auf der anderen Seite.

Ergebnisse recherchiert mithilfe von claude.ai.